Steigende Stahlpreise durch Corona bringen viele Lohnfertiger 2021 in Schwierigkeiten

Für viele Lohnfertiger war der Auftakt ins neue Jahr leider etwas holprig. Durch die Corona Pandemie ist das Auftragsvolumen beachtlich geschrumpft und das stellt Betriebe vor große wirtschaftliche Herausforderungen.
In den letzten Monaten kam noch eine weitere Belastung hinzu: Die geringe Nachfrage führte paradoxerweise nicht zu einer Verringerung, sondern zu einer Erhöhung der Stahlpreise.

Die Bezugspreise der Rohmaterialien stiegen seit September 2020 von unter 600€ auf mittlerweile über 800€ pro Tonne (Stand 02/2021). Dies zwingt nun einige Lieferanten dazu, die Preise bei Bestandskunden zu erhöhen, was oft auf Unverständnis stößt.

Warum die Stahlpreise 2021 volatil bleiben

Vor allem zwei Gründe sorgen derzeit für die teils dramatischen Erhöhungen der Stahlpreise:

  • Durch den, von der Corona Pandemie verursachten, Wirtschaftseinbruch wurden die Lieferketten empfindlich gestört. Das beginnt bei der Produktion, wo viel Hochöfen heruntergefahren wurden und endet bei den Distributoren, die Ihre Bestellmengen und Lagerbestände anpassen mussten. Die Wirtschaftslage ist im Moment sehr schwer vorherzusehen. Dementsprechend werden die Kapazitäten nur vorsichtig wieder hochgefahren und die Lager wieder gefüllt.
  • In China ist die Konjunktur überraschend schnell wieder angesprungen und sorgt damit für eine hohe lokale Nachfrage nach Stahlerzeugnissen. Wurde davor der globale Markt von China noch mit billigem Stahl überschwemmt, wurde China jetzt zum Importeur und sorgt für weitere Verknappung.

Wann werden die Stahlpreise wieder sinken?

Das kann derzeit leider nicht mit Sicherheit prognostiziert werden. Für effiziente Lieferketten ist es wichtig, dass die Nachfrage stabil bleibt. Hohe Preise und wirtschaftlicher Druck könnten zwischenzeitig zu einem Schweinezyklus führen. Langfristig ist anzunehmen, dass die Stahlpreise sich wieder auf niedrigem Niveau einpendeln, da bei voller Ausnutzung der Kapazitäten weiterhin ein Überangebot an Stahlerzeugnissen besteht.

Ein Schweinezyklus entsteht, wenn die Produzenten Ihre Kapazitäten in Erwartung hoher Preise hochfahren und damit ein Überangebot schaffen. Dieses Überangebot führt wiederum zu niedrigen Preisen, welche die Produzenten wiederum veranlassen, die Kapazitäten zu verringern. Der Zyklus beginnt erneut.

An der Rohstoffbörse LME werden die Futures für die nächsten Monate noch auf hohem Niveau gehandelt. Erst die 12-15 Monate Futures kommen wieder annähernd an das Preisniveau vor der Pandemie heran. Das bedeutet, dass der Markt mittelfristig mit sinkenden Preisen rechnet. Man kann daraus aber nicht sicher sagen, ob die Preise tatsächlich sinken und auch nicht wann das sein wird.

LME Futures. Quelle: https://www.lme.com/Metals/Ferrous/HRC-N-America#tabIndex=0

Angebote vergleichen lohnt sich mehr denn je

Die metallverarbeitenden Betriebe befinden sich in einer schwierigen Situation. Zum einen nagen rückläufige Umsätze an der Liquidität, zum anderen sorgen die hohen Stahlpreise für geringere Margen und mühsame Nachverhandlungen.

Die Auftraggeber bekommen zwar auch die steigenden Stahlpreise zu spüren, haben aber noch etwas mehr Handlungsspielraum. Unterschiedliche Einkaufspreise der Lieferanten und Lagerbestände können im Moment für große Preisunterschiede sorgen.

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