Aktuelle Stahlpreise und Stahlpreisentwicklung

Stahlpreisentwicklung November 2022

Chart der Preise für 1-Monatskontrakte in USD je Tonne für Stahl an der Rohstoffbörse LME von Juni 2022 bis November 2022. Die Stahlpreise geben weiter nach. Quelle: LME.com

Der aktuelle Stahlpreis (November 2022)

Eine Tonne (1.000 kg) Stahl kostet aktuell ca. 650 – 700€ (Preis für kurzfristige Verträge für Warmbandstahl an der Rohstoffbörse LME). Die Preise für längerfristige Verträge an der Börse liegen auf ähnlichem Niveau. Selbiges gilt für die Warmbandpreise in Nordamerika, das könnte darauf hinweisen, dass die Preise stabil bleiben.

Die Indikatoren an den Rohstoffbörsen sind vor allem für warmgewalzte Bleche, die in Automobilindustrie verwendet werden.

Für Stahlträger oder Stahlprofile gibt es solche Börsennotierungen nicht. In der Regel korrelieren die Preise aber sehr stark, so dass die Entwicklung der Stahlpreise daraus erkennbar ist. Für Stahlträger, Bleche und Stahlprofile gibt es auch verschiedene Indizes, die aber erst im Nachhinein veröffentlicht werden. Der Stahlpreisindex ändert sich deshalb für manche Anwendungsfälle zu langsam.

Preise für Stahlträger und Bleche

Schwere Stahlträger und grobe Bleche kosten derzeit (November 2022) ca. 900€ – 1.200 pro Tonne (1.000 kg). Dünnwandigere Profile und Bleche kosten etwas mehr. Diese Preise beziehen sich auf große Abnahmemengen und beinhalten keinen Transport. Die große Preisspanne ergibt sich aus den unterschiedlichen Bezugsquellen unserer Lieferanten aus verschiedenen Ländern. Die Preise sinken weiterhin, es gibt wieder ein Überangebot am Markt.

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Aktuelle Preise für Stahlbau

In der Praxis ist Stahlbau derzeit noch teurer, als Mitte 2021 bei damals höheren Stahlpreisen. Der Grund sind gestiegene Kosten und eine gute Auslastung der Lohnfertiger. Diese nimmt im Moment aber gerade ab und viele Lieferanten haben wieder freie Kapazitäten. Volatile und schwer nachvollziehbare Preise bei den Halbzeugen sorgen immer noch für Schwierigkeiten bei der Preiskalkulation. Nach wie vor sind Angebote mit sehr kurzer Angebotsgültigkeit üblich. Die Verfügbarkeit der einzelnen Materialien hat sich deutlich gebessert und die Kosten für den Stahlbau sinken kontinuierlich.

Edelstahl Preisentwicklung 2022

Die Preisentwicklung von Edelstahl hängt maßgeblich von den Preisen der Legierungselemente Chrom und Nickel ab. In der am häufigsten verwendeten Edelstahlsorte 1.4301 (auch oft als V2A oder AISI 304 bezeichnet) sind ca. 18% Chrom und ca. 9% Nickel enthalten. Nickel ist mit aktuell ca. 22.000€ je Tonne (1.000kg) mehr als zehnmal so teuer als Stahl und hat somit gewichtet mindestens denselben Einfluss. Der Chrompreis liegt bei ca. 3.000€ je Tonne.

Nach Beginn des Ukraine Konflikts im März 2022 gab es einen sprungartigen Anstieg der Nickelpreise. Dieser Preisanstieg wurde durch Spekulation verursacht und brachte die Londoner Rohstoffbörse LME in Schwierigkeiten. Inzwischen hat sich der Nickelpreis wieder stabilisiert.

Aktuelle Preise für Bleche und Profile aus Edelstahl

  • 1.4301 (AISI 304, V2A) – ab 3,09 €/kg
  • 1.4401 (AISI 316, V4A) – ab 4,49 €/kg

Stahlpreis Prognose für 2023

Der Krieg in der Ukraine hat die Rohstoffmärkte erschüttert. Hinzu kamen kurzfristige Spekulationen mit steigenden Rohmaterialpreisen, die die Nachfrage weiter anheizten und viele Stahlverarbeiter motivierten, die Lager zu füllen. Die Höchststände während der Corona Pandemie im Bereich von 2.000 € je Tonne (1.000 kg) wurden dabei nicht überschritten. Höhere Preise scheint der Markt nicht zu akzeptieren. Danach trat eine Gegenbewegung ein, die sich nun fortsetzt.

Sah es vor kurzem noch nach einer Bodenbildung im Bereich von 800€ je Tonne aus, setzt sich der Preisrückgang aufgrund der schwachen Konjunkturerwartung nun fort.

In Anbetracht der allgemeinen Teuerung sind die Stahlpreise derzeit günstig. Ein weiterer Preisrückgang bei Stahl ist nur bei einem starken Konjunktureinbruch zu erwarten wobei hier die Untergrenze im Bereich von 500€ je Tonne liegen dürfte. Im Moment geben die hohen Energie- und Rohstoffkosten, den Erzeugern eigentlich nicht viel Spielraum. Die aktuellen Stahlpreise deuten schon auf ein Überangebot hin.

Die aktuelle Lage in der Ukraine und insbesondere deren Auswirkungen auf den Energiemarkt bleibt nach wie vor der bestimmende Faktor für die Erzeugerpreise und sorgt für Volatilität und Überreaktionen am Markt. Eine Prognose zur Stahlpreisentwicklung für 2023 ist daher sehr schwierig.

Preise für die Containerfracht stark rückläufig – Europa Routen wieder günstiger

Der CCFI ist ein wichtiger Preisindex für den Containertransport-Markt für weltweite Container-Transporte von und nach China. Nach einem Allzeithoch zu Jahreswechsel nähert er sich nun wieder dem Stand vor der  Corona Pandemie. Der Index beinhaltet jedoch alle wichtigen Transportrouten und der Rückgang fiel bei den Transporten nach Europe vorerst geringer aus. Nun haben sich die Containerpreise auch auf den Europarouten wieder normalisiert.

CCFI Frachtkosten Stahl China

Der CCFI im Verlauf der Corona Pandemie. Quelle Shanghai Shipping Exchange

Die Zinkpreise erhöhen die Kosten für verzinkten Stahlbau

Die Kosten für verzinkte Konstruktionen werden auch von anderer Seite weiter befeuert. Neben steigenden Energiekosten, stiegen auch die Zinkpreise. Auch hier scheinen die Höchstwerte überwunden zu sein.
So kostete an der Börse eine Tonne Zink zuletzt ca. 2.900€, nach einem kurzfristigen Peak bei ca. 4.000€. Vor einem Jahr lagen die Preise noch bei rund 2.000€ pro Tonne. Bei verzinktem Stahlbau machen die Kosten für das Verzinken bis zu 25% des Gesamtpreises aus.

Aktuelle Fertigungskapazitäten

Einige Lieferanten für Stahlbau sind weiterhin für die nächsten Monate ausgebucht und bieten nur mehr sehr selektiv an. Bei vielen ist aber eine deutliche Trendwende zu sehen und es gibt wieder viele freie Kapazitäten.
Nach wie vor stellen die schwankenden Materialpreise und die Teuerung ein Problem bei der Preisfindung dar. Kurze Angebotsgültigkeiten sind daher die Regel.
Bei einfachen Projekten wie Stahlbau für Hallen, Bühnen oder Podesten liegen die Lieferzeiten derzeit bei 4-8 Wochen.

Unsere Lieferanten haben aktuell noch freie Kapazitäten! Schicken Sie uns Ihre Anfrage!

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Über den Autor

  • Andreas Janisch

    Inhaber

    Andreas Janisch, Gründer von Jactio.com, ist Wirtschaftsingenieur mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in Maschinenbau, Anlagenbau und im Bauwesen.

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