Kosten für Stahlbau Zukauf senken: 5 Tipps für 2019

Die Aufwendungen für zugekaufte Stahlbauteile und Stahlbaustrukturen sind für viele Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau ein bedeutender Anteil der direkten Einkaufskosten. Aber auch in Hinblick auf indirekte Kosten hat der Stahlbau einen hohen Stellenwert. In diesem Artikel möchten wir Ihnen Tipps geben, die Ihnen helfen, die Kosten für Stahlbau zu senken.

1. Kosten senken durch optimierte Planung

Je früher Sie den Hebel ansetzen, desto größere Einspareffekte können sie erzielen. Viele Kosten lassen sich bereits in der Konstruktionsphase reduzieren indem Sie die Anforderungen der Technik und des Kunden genau prüfen und hinterfragen. Ein kosteneffizientes Design setzt bei Stahlbau auf den Einsatz einfach verfügbarer Rohmaterialien und übererfüllt nicht die Spezifikationen. Dadurch können Sie nicht nur die Kosten für das Ausgangsmaterial senken, Sie haben auch eine größere Auswahl an potentiellen Lieferanten.

Folgende Kostentreiber konnten wir im Zuge von Anfragen zur Vermittlung von Lieferanten für Stahlbau häufig entdecken:

  • Unnötig enge Toleranzen machen eine maschinelle Bearbeitung oft sehr kostspielig, obwohl es technisch keine Rechtfertigung gibt.
  • Hoher Einsatz von Edelstahl anstatt günstigerer Alternativen
  • Viele Beistellteile sorgen für hohen Administrations- und Logistikaufwand

2. Konkurrenz fördern

Langjährige Lieferantenbeziehungen vermindern Schnittstellenrisiken und wirken sich in der Regel positiv auf die Qualität aus. Dennoch sollten Sie Ihre Stahlbaulieferanten regelmäßig mit Alternativlieferanten vergleichen, um die Kosten gering zu halten und Versorgungsrisiken vorzubeugen. Gerne unterstützen wir Sie dabei. Führen Sie jetzt mit uns einen unabhängien Kostenvergleich für Ihre Stahlbauteile durch!

Rohmaterial Stahl
Rohstoffpreise sind volatil und sollten ständig beobachtet werden

3. Rohstoffpreissenkungen einfordern

Vor allem beim Einsatz hoch legierter Stähle oder bei Gussteilen sollten Sie immer die Rohstoffpreise im Auge behalten. Insbesondere Nickel, das bei hitzebeständigen Stählen zum Einsatz kommt, ist hochvolatil. Einen Rückgang der Rohstoffpreise sollten Sie umgehend als Argument für eine Senkung der Einkaufskosten verwenden. Geeignete Daten werden vom Statistischen Bundesamt erhoben und zur Verfügung gestellt. Es gibt aber auch verschiedene Magazine und Webseiten, die diese Daten übersichtlich aufbereiten z.B. Fertigung.de.

4. Schutzzölle für Stahlprodukte beachten

Derzeit werden Zölle auf Stahl und Stahlprodukte eher weltweit angehoben als gesenkt. Das Pendel wird aber mit Sicherheit auch wieder in die andere Richtung ausschlagen. Aus diesem Grund sollten Sie Preiserhöhungen Ihrer Lieferanten aufgrund von Schutzzöllen sehr genau beobachten und bei einer Gegenbewegung auch rechtzeitig eine Kostensenkung einfordern.

Informationen zu Schutzzöllen finden Sie auf in der Taric Datenbank der Europäischen Kommission. Nachdem Sie die korrekte Zolltarifnummer für Ihre Waren ermittelt haben, können Sie hier die jeweiligen Gebühren einsehen.

Zölle für Stahl
Schutzzölle sorgen oft kurzfristig für Preisprünge

5. Skonto verhandeln und nutzen

Durch die aktuellen Niedrigzinsen sind die Finanzierungskosten gering wie nie. Dennoch kommen Skonti im deutschsprachigen Raum nicht aus der Mode. Stahlbau ist sehr kapitalintensiv, was die Bereitschaft der Lieferanten, Skonti zu gewähren erhöht.

Je nach Finanzkraft und Cashflow der jeweiligen Partner können Sie durch Skonti entweder die direkten Kosten oder die Zahlungsziele optimieren. Sie sollten Skonti aber nur bewusst zum Einsatz bringen und dabei strategisch vorgehen, sonst kann langfristig sogar zu Kostenerhöhungen kommen. Sollten Sie vor der Forderung eines Skonto nämlich keine klare Preisbasis haben, wird der Lieferant das Skonto mit der Zeit wieder in die Kalkulation integrieren. Steigen dann die Finanzierungskosten, oder Sie können das Skonto mangels Cashflow nicht ziehen, erhöhen sich Ihre Kosten. Deshalb sollten Sie bei der Forderung eines Skonto folgende Punkte beachten:

  • kennen Sie Ihre Finanzierungskosten? Nur dann lassen sich die tatsächlichen Einsparungen aus der Differenz von Skonto und Finanzierungskosten ermitteln.
  • Gibt es eine klare Preisbasis wie Listenpreise, Fixpreise oder gewichtsbezogene Preise? Ohne klare Basis haben Skonti nur kurzfristige Einspareffekte.

6. Indirekte Kosten beachten

Bei der Senkung der Einkaufskosten werden oft die direkten Kosten vorrangig betrachtet und die indirekten Kosten ausgeblendet. Das ergibt auf den ersten Blick ein nettes Projektergebnis, langfristig erhöhen sich die Kosten aber wieder. Indirekte Einkaufskosten lassen sich am besten durch Bündelung und Prozessoptimierung senken.

Bündelung von Anfragepaketen

Viel Potential zur Senkung der Einkaufskosten liegt dabei in der Bündelung von Anfragen bei wenigen, qualifizierten Lieferanten. Dadurch werden interne Aufwände und Schnittstellen durch Beistellungen, Qualitätssicherung und Administration erheblich verringert.

Kosten für Transport beachten

Die Transportkosten werden von vielen Unternehmen, egal ob Kunde oder Lieferant, als nebensächlich betrachtet. Hier wird sehr viel Potential zur Senkung der Einkaufskosten verschenkt. Die meisten Unternehmen bevorzugen, dass sich der Lieferant um den Transport kümmert. Nur sehr große Abnehmer habe in der Regel fixe Abkommen mit Spediteuren.

Für die Lieferanten sind die Transportkosten durchzureichende Kosten, sie werden sich also nicht besonders für deren Senkung einsetzen, sofern es nicht die Vergabe beeinflußt.

Gerade bei kleinen Lieferungen und Palettenware sind die Preisunterschiede enorm. Einige Spediteure können diese besser bündeln als andere und geben diesen Kostenvorteil weiter.

Wenngleich es sich meist rentiert, die Organisation des Transports selbst in die Hand zu nehmen, sollten Sie dennoch immer mit dem Lieferanten Rücksprache halten. Einige Lieferanten liefern regelmäßig Stahlbauteile aus Serienproduktion nach Deutschland oder Österreich und können im Bereich ihrer Lieferroute sehr günstige Transportkonditionen anbieten.

Bei verzinkten Bauteilen lohnt es sich oft, dass Sie Transport und Verzinkung getrennt vom Stahlbau betrachten und Alternativangebote einholen. Darurch können Sie den Ablauf und die Logistik optimieren und Kosten sparen. Verzinken Sie in Ihrer Umgebung können Sie die Teile auch noch vor der Verzinkung prüfen und dadurch Reisekosten reduzieren. Hier finden Sie eine Übersicht von Verzinkereien in Deutschland.

Fazit: Immer auf die Balance direkter und indirekter Kosten achten

Die direkten Einkaufskosten lassen sich zwar am einfachsten vergleichen, aber gerade deshalb sollten Sie hier auch vorsichtig sein. Gerade bei einfachen Stahlbauteilen mit simpler Kalkulation muss man hinterfragen, ob der billigste Anbieter wirklich dauerhaft die niedrigsten Einkaufskosten bringt. Die Preise von Stahl und Arbeitszeit sind recht transparent und wenn diese nicht nachvollziehbar sind, dann wird ein vermeintlich günstiger Preis nicht lange zu halten sein. Das gilt ebenso für Skonti, die kurzfristig attraktiv wirken, aber nicht immer den gewünschten Einspareffekt bringen.

Bei Einmalbedarfen mag das irrelevant sein, aber bei langfristigen Bedarfen besteht die Gefahr, dass der Lieferant den Preis erhöhen muss, die Qualität schlechter wird oder dass er im schlimmsten Fall gar nicht mehr liefern kann.

Die Senkung der indirekten Einkaufskosten hat hingegen den Vorteil, dass hier durch Prozessoptimierung an Nebenkosten gespart wird, die sich nicht negativ auf die Qualität und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Lieferanten auswirken.

Checkliste – Kosten für Zukauf von Stahlbau senken:

  • Entspricht die Materialauswahl den Anforderungen oder übererfüllt sie diese?
  • Sind die Toleranzen sinnvoll gewählt?
  • Kommen exotische Bauteile oder Materialien zum Einsatz?
  • Gibt es Faktoren die die Lieferantenauswahl unnötig limitieren?
  • Wurden die Lieferpakete sinnvoll gewählt und Beistellungen minimiert?
  • Gab es Veränderungen bei den Rohstoffpreisen seit der letzten Preisfindung?
  • Gab es Veränderungen bei den Schutzzöllen seit der letzten Preisfindung?
  • Können Skonti sinnvoll genutz werden?
  • Lassen sich die Bedarfe sinnvoll mit anderen Anfragen bündeln?
  • Kann eine Reduktion der Transportkosten erwirkt werden?