An den Rohstoffbörsen sinken die Stahlpreise – bei Ihnen auch?

Die Stahlpreise an den Rohstoffbörsen sinken weiter

Bis Mitte 2021 kannte die Entwicklung der Stahlpreise nur eine Richtung – steil nach oben. Mitte 2021 beruhigte sich die Situation und die Preise stabilisierten sich auf hohem Niveau. Seit einigen Monaten ist an den internationalen Rohstoffbörsen sogar eine Gegenbewegung zu erkennen.

Stahlpreise Dezember 2021

Verlauf der 1 Monatskontrakte für Stahl an der Rohstoffbörse LME seit dem Tiefstand Mitte 2020. Der Anstieg ist beendet, die Stahlpreise fallen wieder. Quelle: LME.com

Lieferengpässe bremsen den Stahlabsatz

Diese Gegenbewegung ist laut Expertenmeinungen vor allem auf den verminderten Stahlbedarf der Automobilindustrie, hervorgerufen durch den Halbleitermangel und weitere Lieferengpässe, zurückzuführen.
Viele metallverarbeitende Betriebe fragen sich aber, wann die niedrigeren Stahlpreise bei ihnen ankommen. Derzeit können wir in den Projekten noch keinen Rückgang der Preise für Stahlkonstruktionen erkennen.

Die Großhandelspreise von Halbzeugen aus Stahl bleiben hoch

Die Großhandelspreise wichtiger Stahlprofile und Stahlbleche sind nach wie vor konstant, im Fall von Edelstahl sogar weiter steigend.
Obwohl Prognosen im aktuellen Umfeld schwierig sind, ist kurz- und mittelfristig wohl nicht mit fallenden Preisen bei Halbfertigprodukten aus Stahl zu rechnen, denn im Moment befinden wir uns eindeutig in einem Anbietermarkt.

Sollte es nicht wieder einen dramatischen Einbruch der Stahlnachfrage geben, werden die Stahlwerke werden versuchen, die Preise so lange wie möglich hochzuhalten. Solange die Kosten für den Seetransport auf dem derzeit hohen Niveau verbleiben, werden sie dahingehend unterstützt. Hier ist derzeit noch keine Entspannung in Sicht.

Hohe Frachtkosten verhindern internationale Konkurrenz

Der CCFI ist ein wichtiger Preisindex für den Containertransport-Markt für weltweite Container-Transporte von und nach China. Er ist derzeit nach wie vor in der Nähe seines Allzeithochs und liegt mehr als 3-mal so hoch als vor der Corona Pandemie.

Frachtkosten Stahlpreise

Der CCFI im Verlauf der Corona Pandemie. Quelle Shanghai Shipping Exchange

Die Zinkpreise steigen

Die Kosten für verzinkte Konstruktionen werden auch von anderer Seite weiter befeuert. Neben steigenden Energiekosten, steigen auch die Zinkpreise.
So kostete an der Börse eine Tonne Zink zuletzt knapp 3.000€, nachdem es im Oktober einen kurzfristigen Peak bei 3.300€ gab. Vor einem Jahr lagen die Preise noch bei rund 2.000€ pro Tonne.

Aktuelle Fertigungskapazitäten

Nach wie vor sind viele Lieferanten für Stahlbau bereits für die nächsten Monate ausgebucht und bieten nur mehr sehr selektiv an.
Das führt leider auch dazu, dass für einige Projekte, vor allem Einzelprojekte mit hohem Kalkulationsaufwand, kaum noch Angebote erstellt werden können.
Bei Serienbauteilen oder einfachen Konstruktionen, wie Hallen, Bühnen oder Podesten ist das Interesse der Lieferanten höher. Hier liegen die Lieferzeiten derzeit bei mindestens 6-8 Wochen.

Unsere Lieferanten haben aktuell noch freie Kapazitäten! Schicken Sie uns Ihre Anfrage!

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Über den Autor

  • Andreas Janisch

    Gründer - Warengruppen: Stahlbau, Dreh- und Frästeile, Blechbearbeitung

    Andreas Janisch, Gründer von Jactio.com, ist Wirtschaftsingenieur mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in Maschinenbau, Anlagenbau und im Bauwesen.

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